Friedliche Revolution?

Lesbisch-feministische Perspek­­­tiven auf 1989

Gemeinsam nahmen das FFBIZ – Das feministische Archiv und der Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek den 30. Jahrestag des Mauerfalls 2019 zum Anlass, diese Zeit aus Perspektiven zu beleuchten, die bisher nur wenig Beachtung gefunden haben.

Wie wurden der Mauerfall und seine Konsequenzen innerhalb der Ost- und Westberliner Lesben/Frauenbewegungen rezipiert? Welche Kontakte entstanden um 1989 und in den Folgejahren? Wie intensivierten oder veränderten sich Zusammenschlüsse? Welche Begegnungen fanden statt? Wie haben Frauen mit Migrationshintergrund, jüdische, muslimische Frauen und Women of Colour innerhalb der Lesben/Frauenbewegungen diese Zeit erlebt?

Die gemeinsame Betrachtung von 1989 sollte zeigen, wie vielgestaltig sich das Thema in den Beständen der Lesben/Frauenarchive wiederfindet, welche Leerstellen bestehen und wie diese Lücken zu schließen sind.

Neben einer Befragung der Bestände der beiden Berliner Bewegungsarchive und der Digitalisierung von Büchern, Broschüren und grauen Materialien wurden im Rahmen des Projekts Video-Interviews mit Zeitzeug*innen geführt. Dabei wollten wir, dass die Stimmen der Frauen/Lesben des Ostens Berlins ebenso Beachtung finden wie diejenigen des Westens. Die von Aufbruchsstimmung geprägten Aktionen und Begegnungen, die nach dem Mauerfall zustande kamen, sollen betrachtet werden, ebenso wie die tiefgreifenden Ängste, die durch die veränderten politischen und sozialen Rahmenbedingungen nach 1989 geschürt wurden.

Die Ergebnisse wurden in der META-Datenbank (www.meta-katalog.eu) des ida-Dachverbands und im Deutschen Digitalen Frauenarchiv DDF (www.deutsches-digitales-frauenarchiv.de) veröffentlicht, um eine größere Öffentlichkeit zu erreichen und weitere Forschungen zum Thema anzuregen.

Projektlaufzeit: 01. Januar 2019 – 30. Juli 2019

Ansprechpartnerin: Lena Kühn

Beteiligte: Roman Klarfeld / Lena Kühn / Dagmar Nöldge/ Friederike Mehl (FFBIZ); Katja Koblitz / Cordula Jurczyk (Spinnboden)