Veranstaltung

Gerda von Zobeltitz: Eine Spurensuche

Der Vortrag zeichnet die historische Spurensuche zu Gerda von Zobeltitz (1891-1963) nach, die um 1910 als eine der ersten Personen in Deutschland einen sogenannten „Transvestitenschein“ bekam, also die Berechtigung in der Öffentlichkeit die Kleidung des anderen Geschlechts tragen zu dürfen. Was motivierte sie zu diesem Schritt im homo- und transfeindlichen Kaiserreich? Welche Spuren finden sich zu ihr in dieser Zeit, aber auch im subkulturellen Leben der Weimarer Republik? Wie überlebte sie das nationalsozialistische Regime und was wurde nach 1945 aus ihr?

Anhand von Fotos und Dokumenten werden die mehrjährige Spurensuche dargestellt sowie erst kürzlich neu erschlossene Erkenntnisse besonders zur Nachkriegszeit präsentiert. Der Vortrag will das wechselvolle Schicksal einer Geschlechtergrenzen überwindenden Persönlichkeit im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts aufzeigen und zu ähnlichen Recherchen zu anderen queeren Personen der Vergangenheit anregen.
Eine Aufzeichnung des Vortrags wird nicht gestattet.

Katja Koblitz, M.A. studierte Geschichte, Germanistik und Politologie mit den Schwerpunkten Frauen- und Geschlechterforschung in Heidelberg und Berlin. Sie publizierte verschiedentlich zu Frauen-, Lesben- und Trans-Geschichte und beteiligte sich an mehreren frauenhistorischen Ausstellungen, zuletzt „Damenwahl! 100 Jahre Frauenwahlrecht“ im Historischen Museum, Frankfurt/M. (2019). Schon lange dem Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek verbunden, ist sie seit 2020 nun dort geschäftsführend tätig und betreut schwerpunktmäßig das Archiv.

Der bebilderte Vortrag ist Teil der Reihe Lost and Found @ Spinnboden. Sie will einmal im Quartal lesbisch-queer-feministische Geschichte(n) mit Funden aus dem Spinnboden Lesbenarchiv bzw. laufende Recherchen im Archiv nahebringen.

Eingeladen sind
Alle

Zeitraum
26. Mai 2021 (19:30 Uhr - 21:30 Uhr)

Treffpunkt
Online via Zoom

Zugänglichkeit
Online

Teilnahmebeitrag
€ 2 reg. / € 1 erm.

Anmeldung

Ansprechpartner*in
Katja Koblitz