Veranstaltung

L*Ost DDR: Worte wie „Arsendosen“ - Stasiakten gemeinsam lesen und verstehen

Workshop mit Maria Bühner

Anmeldung unter: LOst-2026@posteo.de

Stasiakten sind herausfordernde historische Quellen. Ihre Inhalte sind gleichermaßen trocken bürokratisch, obsessiv und kryptisch. Ihre Sprache ist oft technisch, abwertend und verschleiernd. Manchmal wirken einzelne Begriffe wie kleine „Arsendosen“ — scheinbar harmlose Wörter, die jedoch eine starke Wirkung entfalteten. Sie formen Bilder von Menschen, ordnen sie ein und machen sie zu Objekten staatlicher Repression.
In diesem vierstündigen Workshop lesen wir gemeinsam Auszüge aus Akten über queere Menschen. Die Quellen zeigen, wie das Ministerium für Staatssicherheit Einzelpersonen, Treffpunkte und Gruppen beobachtete, bewertete und mitunter versuchte zu „zersetzen“. Gleichzeitig geben sie – oft zwischen den Zeilen – Einblicke in queere Lebenswelten, Netzwerke und Strategien des Umgangs mit Überwachung.
Der Workshop konzentriert sich nach einer Einführung in die Überwachung queerer Menschen durch die Stasi, auf den kritischen Umgang mit Stasiunterlagen. Gemeinsam probieren wir aus, wie sich solche Dokumente lesen und verstehen lassen. Der Workshop richtet sich an alle Interessierten FLINTA*s; Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Maria Bühner ist Kulturwissenschaftlerin, Historikerin und Mitglied im Netzwerk Queere Zeitgeschichten im deutschsprachigen Europa. Ihre abgeschlossene Promotion zur Subjektivierung frauenbegehrender und lesbischer Frauen in Ostdeutschland (1945–1995) erzählt ostdeutsche Geschichte aus queerer Perspektive neu. Sie hat u. a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig und dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden gearbeitet. Ergebnisse ihrer Forschung hat sie beispielsweise in Aus Politik und Zeitgeschichte (2025, Nr. 21) und einer Expertise für den Senat Berlin (2024) veröffentlicht. Sie engagiert sich freiberuflich und ehrenamtlich für die Sichtbarkeit queerer ostdeutscher Geschichte.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe L*Ost: Frauen*Lesben Perspektiven auf DDR und Umbruchszeit 2026 statt und wird vom Kulturfond des Berliner Senats und der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung gefördert. L*Ost DDR 2026 wird veranstaltet vom Sonntags-Club Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit dem Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek e.V. und dem EWA e.V. – Frauenzentrum.

Bildnachweis: Bundesarchiv, Stange

Eingeladen sind
FLINTA* (Frauen*, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender-Personen

Zeitraum
13. Juni 2026 (14.00 - 18.00 Uhr)

Treffpunkt
Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek e.V., Anklamer Str. 38, 10115 Berlin, 2. Hinterhof, 3. Aufgang, 2. Stock

Zugänglichkeit
rollizugänglich via Fahrstuhl und Rampe; leider keine barrierefreie Toilette

DGS-Verdolmetschung
Nicht verfügbar

Teilnahmebeitrag
Spende erwünscht.

Anmeldung

Ansprechpartner*in
Laura Simon